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17.10.2017

Tristan Drechsel (BfZ) kritisierte die "merkwürdige Kommunikation" des Rathauses.

Gewandhaus: Fragen bleiben weiter offen
Nach der überraschenden Kündigung des Architekten sollte gestern eine Sondersitzung des Zwickauer Stadtrats Licht ins Dunkel bringen. Passiert ist aber etwas anderes.

Zwickau. Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) liest ihre Antworten stoisch vom Blatt, und die meisten Stadträte geben sich mit den Ausführungen zufrieden, viele in der Hoffnung, im nicht-öffent- lichen Teil dann doch noch etwas Substanzielles zu erfahren. So endet der öffentliche Teil der gestrigen Sondersitzung zu den Problemen an der Gewandhaus-Baustelle genauso, wie er begonnen hat: mit zahllosen ungeklärten Fragen.
Eigentlich hatte die Linke mit Unterstützung von Mitgliedern der SPD und AfD den Sonderstadtrat beantragt, um nach der sofortigen Kündigung des Architekturbüros ST am 22. September Klarheit über die verworrene Lage auf der Baustelle zu bekommen. Denn offen ist, wie viel Geld an das geschasste Architekturbüro geflossen ist, ob der Bau die Kosten von 14,2 Millionen Euro überschreitet, wie sehr sich der Bauverzug auswirkt und wer die Verantwortung für die Misere trägt. Aber Haftungs- und Vertragsfragen vertagte die Verwaltung gestern in den nicht-öffentlichen Teil. Den entlassenen Architekten Sebastian Thaut hingegen erklärt Köhler zum Alleinschuldigen. Die Möglichkeit, sich zu verteidigen, war nicht vorgesehen.
Köhler zeichnete das Bild einer Verwaltung, die gar nicht anders habe verfahren können, als das Atelier ST zu nehmen, und die danach alles versucht habe, das Projekt zu retten. Die anderen fünf Büros, die Interesse am Projekt angemeldet hatten, seien ungeeignet gewesen. Probleme mit dem Studio ST seien schon Ende 2016 aufgetreten. Danach hätten sich Schwierigkeiten von Woche zu Woche und von Bauberatung zu Bauberatung hingezogen. Man habe einfach "diametral abweichende Auffassungen über die Koordinierungspflicht" gehabt, sagt Köhler, vermeidet dabei aber, zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten wiederholt sie vieles, was die Stadt schon vorher in einer Mitteilung dem Architekten vorgeworfen und die Thaut bereits vollumfänglich zurückgewiesen hatte.
Bei einem Vertragsgespräch vom 19. Juni 2017 soll die Zusammen- arbeit schon einmal auf der Kippe gestanden haben. Letztlich seien die Auffassungen aber so weit auseinander gegangen, auch was eine angeblich von ST nicht vollständig bezahlte Abschlagszahlung anging, dass die Stadt dem Architekten den Laufpass gab, schildert Köhler. Ein neues Architekturbüro solle im Februar 2018 seine Arbeit aufnehmen.
Die Fraktionen reagierten unterschiedlich auf Köhlers Aussagen. Während die CDU ihrer Baubürgermeisterin Applaus spendete, schimpfte AfD-Fraktionschef Sven Itzek: "Wenn unsere Tochterfirmen etwas bauen, dann funktioniert das problemlos. Aber komischerweise laufen alle Großprojekte aus dem Ruder, die über das Hochbauamt von Herrn Richtsteiger laufen." Linke-Fraktionschefin Ute Brückner hakte zum Hochbauamtsleiters nach, ob es denn stimme, dass Richtsteiger nicht mehr am Projekt Gewandhaus beteiligt sei. Das bestätigte Köhler und gab als Grund an, dass der Amtsleiter nicht regelmäßig an allen Montagen an Bauberatungen habe teilnehmen können, weswegen sie seinen Stellvertreter mit der Aufgabe betraut habe.
Tristan Drechsel (BfZ) kritisierte die "merkwürdige Kommunikation" des Rathauses. Die Medien hätten erst durch eine Indiskretion von der Kündigung erfahren, und erst danach seien die Stadträte informiert worden. "Das geht so nicht", sagte Drechsel. Sven Wöhl (Linke) kündigte an, einen Akteneinsichtsausschuss beantragen zu wollen. Den Rest besprachen die Stadträte hinter verschlossenen Türen.


Quelle: Freie Presse 17.10.2017



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